In England, Amerika und Deutschland ist es eine Form der mechanischen Kunst, die nur wenige gut beherrschen. Gemeint ist das Kettensägen-Carving oder auch Kettensägen-Schnitzen. Was sonst traditionelle Holzschnitzer an Figuren aus dem Holz schnitzen, erledigen hier Künstler mit einer handelsüblichen Kettensäge, verbunden mit einigen Zubehörteilen. Nun lassen sich mit der Kettensäge nicht unbedingt kleine Nussknacker sägen. Hier handelt es sich als Material um Baumstämme von einigen Metern Länge, die in relativ kurzer Zeit zu Skulpturen in Form von menschlicher Gestalt oder Tieren, förmlich gesägt werden, ohne Zuhilfenahme eines Hammers und Stechbeils.

Da das Holz unterschiedlichen Härtegraden unterliegt, was die Kette stumpf macht, arbeiten die Sägekünstler in der Regel mit mehreren verschiedenen Kettensägen und verschieden langen Carving-Schwertern (Kettenführungen) Es sind zwar handelsübliche Kettensägen, jedoch gibt es auch bei diesen Sägen große Unterschiede für die Carving-Sägearbeit. Hier ist es wichtig, dass die Kettensäge sehr leicht im Gewicht ist, extrem handlich, geräuscharm, vibrationsarm und eine Leichtstarteinrichtung, sowie einen seitlichen Kettenspanner zum sofortigen Nachspannen zur Verfügung hat. Das Carving-Schwert ist bei diesen Sägen für die Feinarbeit 300mm lang und an der Kettenspitze verstärkt. Diese Sägen sind besonders für feinere Schnitzarbeiten geeignet.
Die Carving -Schwerter sind besonders spitz und sind hervorragend für die Feinheiten wie Fell, Schnabel oder Gesicht gedacht. Für die Schnitzarbeiten eignen sich am besten Pappeln, Ulmen und Eichen Stämme. Stämme von Nadelbäumen sind dafür ungeeignet. Buche und Kirsche sind nicht geeignet, da sie sehr schnell reißen, was die Skulptur zu Nichte machen kann. Wenn der Schnitzer keine eigenen Ideen hat, können sich diese aus amerikanischen Carving Fachbücher geholt werden oder bei einem jährlichen Carving-Sägertreffen in Deutschland. Das Kettensägen-Schnitzen verbreitet sich immer mehr. Auch in Holland erfreut es sich stetiger Beliebtheit. Mittlerweile gibt es auch schon im Kettensägen-Schnitzen internationale Wettbewerbe, welche sich über drei Tage erstrecken. Bei diesen Wettkämpfen gibt es noch abgewandelte Formen wie Speedcarving und Gästecarving.

Beim Speedcarving muss der Künstler aus einem Baumstamm eine Skulptur zaubern und hat für das Grobe exakt 45 Minuten Zeit. Die Skulpturen werden dann von den Zuschauern bewertet. Die besten bekommen
Geldpreise und Trophäen. Beim Gästecarving kann jeder der beruflich mit einer Kettensäge zu tun hat oder mit ihrem Umgang vertraut
ist, zum Wettkampf antreten und sich an einem Baumstamm versuchen. Der Wettbewerb ist auf 25 Teilnehmer begrenzt, damit der nahegelegene Wald nicht zur Steppe wird.

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